Teil 4: Bayerische Tracht

Eine Frau im Dirndl

© Peter Atkins


„Mit einer Lederhose oder einem Dirndl ist man immer gut gekleidet…“ behauptet der Bayer selbstbewusst. Bei so einer Einstellung ist es doch kein Wunder, dass das Tragen von traditionellen Trachten auf dem Oktoberfest so selbstverständlich ist.

Was für Außenstehende vielleicht etwas merkwürdig aussieht, nimmt in Bayern keine Sonderstellung ein, sondern hat sich einfach in den Alltag integriert. Einer der eigentliche Wesenszüge einer Tracht. Würde man sie nicht auch im Alltag tragen, wäre sie womöglich keine Mode, sondern bereits ausgestorben.

Rund 9000 Trachtler ziehen jedes Jahr von der Innenstadt aufs Oktoberfest. Der Trachtenumzug zum Oktoberfest findet dieses Jahr am 19.09. statt. Zwei Stunden lang begegnet man hier einer Fülle an unterschiedlichen Kleidern. Jedes auf seine Weise einzigartig. Typisch sind deshalb zu diesem Anlass: Dirndl, Hemden, Hosen, Lederhosen, Schürzen, Blusen, Tücher und Hauben. Das alles sind regionale Trachten.

Dabei liegt der Ursprung der Trachten nicht in der modischen Erscheinung sondern im praktischen Nutzen. Vor 1883 war die Tracht noch schlicht und bot dem Träger Schutz vor Hitze, Kälte, Nässe und Ungeziefer. Sie wurden lang getragen und mit Kälberstricken zusammengehalten.
In Hunderten von Trachtvereinen huldigen auch heute noch insgesamt über 300.000 Mitglieder der alten traditionellen Tracht. Allerdings haben diese nur wenig mit den ursprünglichen Arbeitskleidungen der Bauern, Flößer, Senner und Waldarbeiter zu tun.

Frau im Dirndl

© Peter Atkins

Es ist vielmehr ein Trend geworden, der von vielen verschiedenen Designern neu gestaltet wird. Sei es mit zusätzlichen Accessoires oder aufgepeppten Stoffen, die Nachfrage an individuellen Dirndl kennt keine Grenzen.

Vom Massendirndle beim Discounter bis zum Designerstück. Die Auswahl ist groß und gerade zum Oktoberfest ist die eigene Tracht ein „must have“.

Auch wenn die weibliche Bekleidung immer etwas schöner ist, dürfen wir die der männlichen Bayern nicht vergessen. Die Lederhose! Vergleichbar mit dem Kilt in Schottland und den Cowboy-Hut in den Vereinigten Staaten, ist die Lederhose DASS Merkmal für Bayern.

Sie war ursprünglich die Arbeitskleidung von Jägern und Forstarbeitern. Als sich aber vor 150 Jahren der österreichische Kaiser Franz Joseph, der bayerische Herzog Max und andere Adlige in Lederhosen fotografieren ließen, da wurde diese Gebirgstracht zum Symbol ihrer Volksverbundenheit. Zum Jagen war sie sehr praktisch und fand deshalb schnell Nachahmer.

Getragen kann sie entweder in kurz oder lang, wobei die „jungen Männer“ eher eine Kurze Lederhosen tragen. Gut kombinieren lassen sich dazu ein Trachtenhemd und den traditionellen Strümpfe sowie Haferlschuhe.

Auf dem Oktoberfest ist traditionelle Kleidung kein Dress-Code. Wer also keine tragen sollte, ist trotzdem willkommen.

Danke an Peter Atkins für die Fotos!
Die Dirndl sind übrigens von www.muenchnertracht.de

Bleiben Sie dran! Alle Artikel dieser Serie finden Sie gesammelt auf unserer Seite über das Oktoberfest.
Dort gibt es auch noch mehr Informationen rund um die Wiesn.

Wenn Sie noch Fragen oder Anregungen haben, bitte hinterlassen Sie uns einen Kommentar und wir werden die Serie entsprechend ausweiten.

Beste Grüße, Ihr Team vom München Blog.

Tags: , , ,

Eine Antwort zu “Teil 4: Bayerische Tracht”

  1. [...] Doch damit nicht genug: Der München Blog wird in Kürze die im letzten Jahr begonnene Kolumne zum Oktoberfest fortsetzen. Der Oktoberfestbesucher soll mit verschiedenen Themen und wichtigsten Informationen zur Wiesn 2011 ausgestattet werden. Darüber hinaus gibt es außerdem auch weitere Hintergrundinformationen über bspw. der Ursprung des Oktoberfestes oder Wissenswertes über die Bayerische Tracht. [...]

Hinterlasse eine Antwort