Die Asamkirche

Die Asamkirche in der Sendlinger Straße in München

Foto: BBKurt; Lizenz: CC-BY-3.0

Beim Flanieren durch die Sendlinger Straße kann es schon passieren, dass man einer der beeindruckendsten Kirchen des Spätbarocks vorbeiläuft: der Asamkirche bzw. offiziell der St.-Johann-Nepomuk-Kirche, dem sie auch gewidmet ist. Denn trotz der reich verzierten Fassade fällt die Kirche kaum auf, weil sie mitten zwischen den Häusern steht. Im Inneren erwartet den Besucher ein Meisterwerk aus prunkvollem Barock und filigranem Rokoko. Ursprünglich ist die Kirche dem heiligen Nepomuk geweiht und trägt daher auch den Namen Sankt Johann Nepomuk.

Die Gebrüder Asam und ihre Kapelle

Cosmas Damian Asam und Egid Quirin Asam waren zwei der berühmtesten Architekten und Stuckateure des bayerischen Barocks und wirkten an vielen Kirchen-, Kloster und Schlossbauten mit. Sie planten eine private Kirche nur für sich selbst und wollten diese gleich neben ihrem Wohnhaus in der Sendlinger Straße zu Ehren Gottes und zugunsten ihres eigenen Seelenheils errichten. Das ermöglichte den Baumeistern, ohne Vorgaben von Auftraggebern ihre eigenen Vorstellungen einer solchen Kirche zu verwirklichen.

Zwischen 1733 und 1746 ließen die beiden Künstler beim Bau und der Ausgestaltung der Kirche ihrem Genie freien Lauf. Von seinem Schlafzimmerfenster aus konnte Egid Quirin Asam übrigens direkt auf den Hochalter blicken. Darüber hinaus war es sein Anliegen, für die Jugend eine besondere Beichtkirche zu schaffen. Aus diesem Grund erhielt die Asamkirche sieben Beichtstühle mit allegorischen Darstellungen. Nach Protesten der Münchner Bevölkerung mussten die Brüder Asam die Kirche allerdings nach dem Bau doch der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Das Innere der Kirche

Auf einem sehr kleinen Raum von gerade mal 22 mal 8 Metern gelang den Brüdern Asam ein Meisterwerk der kirchlichen Baukunst. Mit seinen übermäßig vielen Stuckaturen, Deckenmalereien und Verzierungen überwältigt einen der zweistöckige Innenraum der Kirche. Besonders ist auch, dass die Kirche nach Osten und nicht wie üblich nach Westen ausgerichtet ist. Zudem hängt das Kreuz wesentlich tiefer als üblich. In Barockkirchen soll das Kreuz üblicherweise höher als die Kanzel hängen, so dass auch der Prediger zu Jesus aufschauen muss. Besonders beeindruckend ist der Chorbereich, dessen Dreifaltigkeitsfiguren durch versteckte Fenster indirekt beleuchtet sind und von hinten erstrahlen. Über dem prunkvollen Hochaltar thront auf einem dreidimensional dargestellten Gnadenstuhl Gottvater mit der dreifachen, päpstlichen Tiara. Durch einfallende Lichtstrahlen vom Ostfenster entsteht besonders in den Morgenstunden eine mystifizierte Architektur.

Die Fassade der Asamkirche

Die barocke Fassade der Asamkirche ist eingebunden in die Häuserflucht der Sendlinger Straße. Zwei wuchtige Felsen erwachsen aus dem Säulenkapitell des Eingangs. Über dem Portalgiebel wacht vor dem großen Ostfenster die Statue des heiligen Nepomuk. Ihm stehen Engel zur Seite und im Giebel darüber die göttlichen Tugenden: Glaube, Liebe, Hoffnung.