Nationaltheater

Innenansicht des Nationaltheaters in München

Innenansicht des Nationaltheaters in München, Foto: www.bayerische.staatsoper.de / Wilfried Hösl

Für Ballet- und Oper-Affascinatos ist das Nationaltheater am Max-Joseph-Platz die Anlaufstelle in München. Es ist nicht nur der Spielort der Bayerischen Staatsoper, sondern auch des Bayerischen Staatsballetts. Das traditionsreiche Gebäude wurde am 12.10.1818 mit der Uraufführung von Ferdinand Fränzls OperDie Weihe” eröffnet, feiert in dieser Dekade sein 200-jähriges Bestehen und ist aus München nicht mehr wegzudenken.

Geschichte:

König Maximilian I. Joseph beauftragte 1810 den Architekten Karl von Fischer, ein neues Königliches Hof- und Nationaltheater zu planen, nachdem 1795 Münchens erstes öffentliches Opernhaus am Salvatorplatz geschlossen werden musste. Die einzige damals bestehende Alternative war das Residenztheater, welches allerdings mit nur 560 Plätzen zu klein für ein großes Publikum war.
Mit dem Bau wurde am 26.10.1811 begonnen. Sieben Jahre sollte es dauern, bis das neue Opernhaus stand. Fischer konnte seine monumentalen Pläne jedoch nur teilweise umsetzen, da ein Brand ein Jahr vor Eröffnung einen Teil des Neubaus vernichtet hatte, was den Architekten natürlich in seiner Planung sehr zurückwarf.
Am 14.01.1823 zerstörte ein weiterer Brand das ganze Theater bis auf die Grundmauern. Die Stadt München beschloss schnell, einen Wiederaufbau zu finanzieren, bei welchem vom Architekten Leo von Klenze auch die ursprünglich geplante, aber nicht realisierte Säulenvorhalle hinzugefügt wurde. Bereits zwei Jahre päter, am 02.01.1825, erfolgte die Wiedereröffnung.
1854 erfolgten die nächste große Umbaumaßnahmen, bei denen unter anderem der Orchestergraben vergrößert wurde. 1925 moderniierte man schließlich Bühne und Technik.
Weitere 18 Jahre später, am 03.10.1943 wurde das Haus durch einen Bombenangriff im Rahmen des 2. Weltkriegs zerstört. Nach dem Krieg wurde auf den Bau eines komplett neuen Theaters verzichtet. Stattdessen entschied man sich für die kostenintensivere Alternative der Restauration des zertörten Nationaltheaters. Gerhard Moritz Graubner und Karl Fischer leiteten diesen Wiederaufbau von 1958 bis 1963, der 62 Millionen Deutsche Mark kostete und zum Teil aus Spenden der Bevölkerung gedeckt wurde. Dabei wurde auch die Bühne verändert, welche seither eine der größten Opernbühnen der Welt ist.
Die Wiedereröffnung wurde am 21.11.1963 mit einer Aufführung der OperDie Frau ohne Schattenvon Richard Strauss unter der Leitung des GMD Joseph Keilberth gefeiert. Bei dieser Vorstellung waren nur geladene Gästen anwesend. Die erste öffentliche Vorstellung folgte zwei Tage später mit “Die Meistersinger von Nürnbergvon Richard Wagner, wieder unter der Leitung von Joseph Keilberth.
1987 bis 1989 wurden die Unterbühne und die Technik erneut modernisiert.
2006 erfolgte eine weitere Modernisierung der Bühnentechnik sowie der Austausch des Bühnenbodens.

Architektur:

Von außen erinnert das Nationaltheater an einen griechischen Tempel. Es besitzt einen zweifachen Dreiecksgiebel und der Eingangsbereich wird von korinthischen Säulen getragen. Das Innere ist ebenfalls nach klassisch-griechischem Vorbild gestaltet. Die prachtvolle Königsloge bildet das Zentrum des 2100 Zuschauer fassenden Innenrondells. Die Bühne umfasst 2500 Quadratmeter. Damit besitzt das Theater die weltweit drittgrößte Opernbühne (nach der Opéra Bastille in Paris und dem Teatr Wielki in Warschau). Durch die konsequente Verwendung von Holz als Baumaterial hat das Theater eine exzellente Akustik.

Münchner Opernfestspiele:

Die Bayerische Staatsoper und das Bayerischen Staatsballett veranstalten jährlich die Münchner Opernfestspiele, die das international traditionsreichste Festival seiner Art sind. Im Juni und Juli sind diese Festspiele der traditionelle Höhepunkt des Münchner Opernjahres.
2012 wurden die Münchner Opernfestspiele mit einer spektakulären Installation des amerikanischen Künstlers Spencer Tunicks eröffnet. Am Morgen des 23.06.2012 posierten 1700 Kunstinteressierte nackt mit roter und goldener Körperfarbe bemalt am Max-Joseph-Platz, direkt vor der Kulisse des Nationaltheaters. Tunick taufte seine Kunst-Installation “Der Ring“, inspiriert von Richard WagnersDer Ring des Nibelungen“.

Weitere Informationen finden sie auf der Webseite der Bayerischen Staatsoper.

Fotos: Wilfried Hösl