Tierpark Hellabrunn

Der Eisbär Giovanna sagt "Hallo"

Vor dem Eisbären-Gehege, Foto: Tierpark Hellabrunn

Schon über Generationen hinweg begeistert der Münchener Tierpark Hellabrunn Jung und Alt. Großeltern können mit den Enkeln in den Tierpark gehen, in dem sie als Kinder selbst schon große Augen bekamen. Es gibt also kaum eine Ausrede, dieses Wahrzeichen Münchens nicht selbst gesehen zu haben.

Unser Tip: Nehmen Sie sich am besten einen ganzen Tag Zeit, denn mit 17.811 Tieren aus 709 Arten (Stand 2010) ist ein Besuch in Hellabrunn nichts für zwischendurch. Aber Zeit brauchen Sie nicht nur, weil es so viele Tiere zu sehen gibt, das Angebot ist einfach riesig. Neben Gastronomie und Spielplätzen gibt es unter anderem die Villa Dracula, den Streichelzoo und viele Häuser mit geographischer Ausrichtung, die auf Ihren Besuch warten.

Geschichte des Tierparks

Der Münchner Tierpark Hellabrunn ist eines der schönsten Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt und liegt östlich der Isar-Auen in Untergiesing-Harlaching. Erbaut wurde der Park, der insgesamt knapp 18.000 Tieren aus über 700 Arten ein Zuhause bietet, vor über 100 Jahren. Am 1. August 1911 öffnete der Tierpark Hellabrunn erstmals seine Tore, allerdings musste er den Betrieb 1922 wieder einstellen, nachdem der Zoo den ersten Weltkrieg nur mit Mühe und Not überlebt hatte. München war um eine Attraktion ärmer, denn alle Tiere samt allem beweglichen Inventar mussten verkauft werden.

Sechs Jahre dauerte es, bevor der Münchner Tierpark Hellabrunn unter Heinz Heck neueröffnet wurde. Diese Neueröffnung stellte ein sehr mutiges Unterfangen dar, denn bisher hatte man die Tiere in Zoos weltweit nach der zoologischen Systematik gehalten, also beispielsweise alle Raubtiere im Raubtierhaus und alle Primaten in einem Haus. Hellabrunn hingegen ordnete Tiergehege erstmals nach geographischen Gesichtspunkten an und so wurden die Tiere fortan ihrer geographischen Verbreitung nach in den verschiedenen Erdteilen Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien gezeigt. Diese Haltungsweise ist aus zoopädagogischer Sicht sehr wertvoll, hat sich bis heute bewährt und wurde schließlich auch von anderen Zoos übernommen.

Bis zum zweiten Weltkrieg erweiterte sich der Tierbestand kontinuierlich und die Zuchterfolge in Hellabrunn ließen den Namen Heck in der Fachwelt sowie in der Öffentlichkeit zu einem Begriff werden. Besonderes Aufsehen erregten die Rückzüchtungen des ausgestorbenen Auerochsen und Tarpans, die Heinz Heck zusammen mit seinem Bruder Prof. Dr. Lutz Heck vom Berliner Zoo durch Kreuzungen verschiedener Rassen zu ‘neuem Leben’ erweckte. Man machte zwar damit die Ausrottung der Wildform nicht rückgängig, jedoch vermittelte man so eine annähernde Vorstellung wie die Wildform ausgesehen hatte. Auch damals war man sich bereits der Problematik des Artensterbens bewusst, weswegen Hellabrunn begann, sich verstärkt der Erhaltungszucht des Wisent und des Przewalski-Urwildpferdes zu widmen. Mit dem zweiten Weltkrieg schrumpfte der Tierbestand in Hellabrunn auf wenige hundert Tiere – nicht nur auf Grund zerbombter Tierhäuser und Stallungen, sondern auch, weil die Münchner Fachkräfte in den Kriegsdienst berufen wurden.

Es dauerte bis in die späten 1960er Jahre, bevor sich der Tierpark Hellabrunn wieder von diesen Kriegsschäden erholen konnte. Doch allmählich und kontinuierlich gelang es, den Zoo wieder erblühen zu lassen. Einige der jüngeren Ausbau-Highlights sind unter anderem das Dschungelzelt mit Löwe, Jaguar und Co, welches 1995 erbaut wurde sowie das 1997 erbaute Schildkrötenhaus, in dem auch die Seychellenschildkröten bewundert werden können. Das Urwaldhaus, in dem Schimpansen und Gorillas auf natürlichem Bodensubstrat gehalten werden, entstand 2000. 2007 wurde schließlich sogar ein Artenschutzzentrum eröffnet.

Service

Münchener Tierpark Hellabrunn
Tierparkstr. 30
D – 81543 München
Informationen unter: +49 (0)89 62508-0

Öffnungszeiten:
April – September: 9 – 18 Uhr
Oktober – März: 9 – 17 Uhr
Täglich geöffnet!
Preise (Webseite des Tierparks)

Fotos: Tierpark Hellabrunn